Seite 1 von 1

News: Sierra-Studie Teil 3: Die Jahre 1985 und 1986

Verfasst: 30.11.2009, 20:06
von Mr.Brain
News: Sierra-Studie Teil 3: Die Jahre 1985 und 1986

Rückwirkend betrachtet hatte Sierra in seinen Anfangsjahren doch beträchtliches Glück. Die Abwärtskompatiblität von Kings Quest mit dem Tandy Computer beispielsweise. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte Sierra vermutlich um 1985/86 Insolvenz anmelden müssen, oder wäre schlimmstenfalls von einem anderen Unternehmen aufgekauft worden. Letztendlich war dieses Glück aber auch gerechtfertigt. Es wurde ja viel Herzblut in diese Spiele reingesteckt.

Ich denke, ich werde mir zu gegebener Zeit mal wieder die alten Sierra Perlen zu Gemüte führen. Das bietet sich aufgrund der Studie definitiv an. :)

Wie steht es denn um unsere stillen Mitleser? Hat der ein oder andere schon vor, die Sierra Klassier rauszukramen? Wie kommt die Studie bisher an?

Re: News: Sierra-Studie Teil 3: Die Jahre 1985 und 1986

Verfasst: 30.11.2009, 21:05
von realchris
Heute kann ich mich für die frühen Sierra"perlen" nicht mehr erwärmen. Damals hatten wir nichts anderes. Ich war aber sowieso mehr der Infocom Textadventuretyp zu der Zeit. Erst mit Kingsquest 3 und den ersten Spielen von Lucasarts wurde ich auf die Grafikadventures aufmerksam und habe gleich das Interesse an Textadventures verloren. Ich fand Sierra trotzdem immer schechter als Lucasarts, die mehr meine Geschichten erzählten.

Re: News: Sierra-Studie Teil 3: Die Jahre 1985 und 1986

Verfasst: 02.12.2009, 18:13
von Mr.Brain
Sierra glänzte durchaus mit Quantität statt Qualität, keine Frage. Aber eine Gabriel Knight Trilogie kann es mal locker mit jedem Lucas Arts Titel aufnehmen. Es gibt durchaus Perlen bei Sierra, die man gespielt haben sollte. Nicht nur bei den Adventures. Die Strategiespiele waren ja auch nicht schlecht und ohne Sierra würde es vermutlich auch kein Half Life geben, das seinerzeit eine Revolution im Shootergenre ausgelöst hatte. :)

Re: News: Sierra-Studie Teil 3: Die Jahre 1985 und 1986

Verfasst: 03.12.2009, 12:07
von madDOOMhammer
Werde mir die Space Quest Reihe evtl. nochmal vornehmen, Teil 2 habe ich damals irgendwann links liegen gelassen. Dann gibt es da noch den einen oder anderen Titel, der irgendwie immer an mir vorbeigezogen ist, die zwei Manhunter Titel z.B. oder der Titel zur Arthur-Sage. Die Hero's Quest Reihe hab ich gar vollkommen außen vor gelassen. Ansonsten kommen auch für mich die tatsächlichen Highlights eher später, was den Wert deiner bisherigen Arbeit aber in keinster Weise schmälern soll :)
Was die alte Fehde zwischen Sierra und LA-Fans betrifft: ich identifiziere mich da auch deutlich mehr mit LA und der Humor spielt da sicherlich keine kleine Rolle. Vor allem aber, so ehrlich muss man sein, war ich damals mit Sierra Titeln oft einfach überfordert (spielerisch wie sprachlich) und die Spielmechanik hat meines Erachtens nie wirklich zum Experimentieren oder Ausprobieren motiviert. Vieles hab ich dann im Laufe der Jahre nachgeholt, aber dabei ging es dann primär um das Schließen vermeintlicher Wissenslücken als um ehrliche Begeisterung (mit Ausnahme der beiden Laura Bow Titel, die ich für ernsthaft unterschätzt halte). Gabriel Knight schätze ich aber auch sehr, auch wenn Teil 2 und 3 mich technisch eher wenig ansprechen (hab den 3er die Tage mit Mühe und Not unter Windows 7 installiert). Da der Anspruch da aber meines Erachtens nach viel erwachsener ist als bei LA Spielen, würde ich den Vergleich glaub ich gar nicht ziehen wollen. Hat sich eigentlich mal jemand Jensens Romane angeschaut?

Re: News: Sierra-Studie Teil 3: Die Jahre 1985 und 1986

Verfasst: 03.12.2009, 17:50
von Mr.Brain
Ich würde mich persönlich weder dem LA noch dem Sierra Lager zugehörig fühlen. Ich bin eher in der Mitte angesiedelt. Ich finde, das beide Firmen für das Genre extrem wichtig waren. Sierra gehörte halt zu den Pionieren und hatte beispielsweise bei den Grafikadventures einen enorm wichtigen Schritt unternommen, der später Lucasfilm definitiv zu gute gekommen ist. :) Lucasfilm hat einfach das größere erzählerische Potenzial entfaltet und das Genre Ende der 80er Jahre sehr stark geprägt. Beispielsweise Fate of Atlantis und The Dig in den 90er Jahren. Bei Sierra gab es immer Quantität statt Qualität. Das beweisen die Serien Kings Quest, Larry, Police Quest. Hier sind qualitativ doch extrem starke Schwankungen, sowohl nach unten, als auch nach oben zu beobachten. Aufgrund der vielen Titel, muss man hier auch sehr stark mit der Lupe suchen. Das erwähnte Gabriel Knight sticht hier aber sicherlich in Sachen Qualität, vor allem was das erzählerische Potenzial betrifft, sehr aus dem Sierra Portfolio heraus. Ein Vergleich mit Lucasfilm fällt hier schwer, da man ernsthafte Themen viel zu selten behandelt hatte und eher im Sektor Humor unterwegs war.

Bei Sierra, da gebe ich dir auch Recht, war auch die Spielmechanik durchaus kritisierungswürdig. Man ist bei den Spielen durchaus dutzende Tode gestorben. Das hat Lucasfilm ja auch richtig gemacht und diese Funktion auch gleich ganz weggelassen, bzw. wie bei Vollgas oder The Dig geschehen, nur sporadisch angewendet. :)

Bei Laura Bow hat mich der Timer im Hintergrund sehr stark gestört. Wenn man mehrmals zur falschen Zeit am falschen Ort war, konnte man das Spiel schlimmstenfalls gar nicht mehr gewinnen. Das fand ich überaus schade, da beide Teile enormes Potenzial hatten.

Die Jane Jensen Romane habe ich bisher leider noch nicht gelesen, dahr kann ich hierzu nicht näher drauf eingehen.