Ich würde mich persönlich weder dem LA noch dem Sierra Lager zugehörig fühlen. Ich bin eher in der Mitte angesiedelt. Ich finde, das beide Firmen für das Genre extrem wichtig waren. Sierra gehörte halt zu den Pionieren und hatte beispielsweise bei den Grafikadventures einen enorm wichtigen Schritt unternommen, der später Lucasfilm definitiv zu gute gekommen ist.

Lucasfilm hat einfach das größere erzählerische Potenzial entfaltet und das Genre Ende der 80er Jahre sehr stark geprägt. Beispielsweise Fate of Atlantis und The Dig in den 90er Jahren. Bei Sierra gab es immer Quantität statt Qualität. Das beweisen die Serien Kings Quest, Larry, Police Quest. Hier sind qualitativ doch extrem starke Schwankungen, sowohl nach unten, als auch nach oben zu beobachten. Aufgrund der vielen Titel, muss man hier auch sehr stark mit der Lupe suchen. Das erwähnte Gabriel Knight sticht hier aber sicherlich in Sachen Qualität, vor allem was das erzählerische Potenzial betrifft, sehr aus dem Sierra Portfolio heraus. Ein Vergleich mit Lucasfilm fällt hier schwer, da man ernsthafte Themen viel zu selten behandelt hatte und eher im Sektor Humor unterwegs war.
Bei Sierra, da gebe ich dir auch Recht, war auch die Spielmechanik durchaus kritisierungswürdig. Man ist bei den Spielen durchaus dutzende Tode gestorben. Das hat Lucasfilm ja auch richtig gemacht und diese Funktion auch gleich ganz weggelassen, bzw. wie bei Vollgas oder The Dig geschehen, nur sporadisch angewendet.
Bei Laura Bow hat mich der Timer im Hintergrund sehr stark gestört. Wenn man mehrmals zur falschen Zeit am falschen Ort war, konnte man das Spiel schlimmstenfalls gar nicht mehr gewinnen. Das fand ich überaus schade, da beide Teile enormes Potenzial hatten.
Die Jane Jensen Romane habe ich bisher leider noch nicht gelesen, dahr kann ich hierzu nicht näher drauf eingehen.